Glossar
60 Begriffe rund um Miete, Nebenkosten und Eigentum, kurz erklärt.
Abrechnungszeitraum
Der Zeitraum von höchstens zwölf Monaten, für den Betriebskosten abgerechnet werden, meist das Kalenderjahr.
Angespannter Wohnungsmarkt
Ein per Landesverordnung ausgewiesenes Gebiet, in dem Mietpreisbremse und abgesenkte Kappungsgrenze gelten.
Belegeinsicht
Das Recht des Mieters, die Originalrechnungen hinter der Betriebskostenabrechnung beim Vermieter einzusehen.
Besenrein
Der Rückgabezustand, den das Gesetz verlangt: grob gereinigt, frei von Müll und persönlichen Gegenständen, aber nicht renoviert.
Bestellerprinzip
Die Regel, dass bei Mietwohnungen derjenige den Makler bezahlt, der ihn beauftragt hat, in der Regel der Vermieter.
Betriebskosten
Die in § 2 BetrKV abschließend aufgezählten laufenden Kosten eines Gebäudes, die auf Mieter umgelegt werden dürfen.
Bruttokaltmiete
Nettokaltmiete plus kalte Betriebskosten, aber ohne Heizung und Warmwasser. Beim Wohngeld die maßgebliche Miete.
Eigenbedarf
Der Kündigungsgrund, dass der Vermieter die Wohnung für sich, Familien- oder Haushaltsangehörige benötigt.
Erhaltungsrücklage
Das von einer Eigentümergemeinschaft angesparte Kapital für größere Reparaturen am Gemeinschaftseigentum, früher Instandhaltungsrücklage.
Fristlose Kündigung
Die sofortige Beendigung des Mietverhältnisses aus wichtigem Grund, etwa bei erheblichem Mietrückstand.
Gesamtschuldnerische Haftung
Die Haftung mehrerer Mieter, bei der der Vermieter die volle Miete von jedem einzelnen verlangen kann.
Grunderwerbsteuer
Die Steuer beim Immobilienkauf von 3,5 bis 6,5 Prozent des Kaufpreises, je nach Bundesland.
Grundsteuer
Die kommunale Steuer auf Grundbesitz, seit 2025 nach reformierten Werten berechnet und als Betriebskosten umlagefähig.
Härtefall
Ein Umstand wie Alter, Krankheit oder fehlender Ersatzwohnraum, der dem Mieter einen Widerspruch gegen die Kündigung ermöglicht.
Hausgeld
Die monatliche Zahlung eines Wohnungseigentümers an die Eigentümergemeinschaft für Betriebskosten, Verwaltung und Rücklage.
Hebesatz
Der von jeder Gemeinde festgelegte Prozentsatz, mit dem der Grundsteuermessbetrag multipliziert wird.
Heizkostenverordnung (HeizKV)
Die Verordnung, die eine verbrauchsabhängige Verteilung von Heiz- und Warmwasserkosten zu 50 bis 70 Prozent vorschreibt.
Indexmiete
Eine an den Verbraucherpreisindex gekoppelte Miete, die frühestens jährlich angepasst werden kann.
Instandhaltung
Maßnahmen zur Erhaltung des vertragsgemäßen Zustands. Pflicht des Vermieters und nicht umlagefähig.
Kappungsgrenze
Die Begrenzung von Mieterhöhungen auf 20 Prozent in drei Jahren, in angespannten Wohnungsmärkten 15 Prozent.
Kautionskonto
Ein vom Vermögen des Vermieters getrenntes Konto, auf dem die Kaution insolvenzsicher angelegt wird.
Kautionsversicherung
Eine Versicherung, die gegen Jahresgebühr für die Kaution bürgt. Der Mieter zahlt die Gebühr dauerhaft und bekommt nichts…
Kleinreparaturklausel
Die Übertragung kleiner Reparaturen an häufig genutzten Gegenständen auf den Mieter, nur mit Einzel- und Jahresobergrenze wirksam.
Lastenzuschuss
Das Wohngeld für Eigentümer selbstgenutzten Wohnraums, berechnet aus der Belastung durch Zinsen, Tilgung und Bewirtschaftung.
Mängelanzeige
Die Mitteilung eines Mangels an den Vermieter, Voraussetzung für Minderung und Schadensersatz.
Mietbürgschaft
Eine Bürgschaft eines Dritten anstelle der Barkaution, die der Vermieter akzeptieren kann, aber nicht muss.
Mietenstufe
Die Einstufung einer Gemeinde in eine von sieben Stufen nach ihrem Mietniveau, die den Wohngeld-Höchstbetrag bestimmt.
Mieterselbstauskunft
Ein Fragebogen des Vermieters an Bewerber, in dem nur mietrelevante Fragen wahrheitsgemäß beantwortet werden müssen.
Mietkaution
Die Sicherheitsleistung des Mieters von höchstens drei Nettokaltmieten, die getrennt und verzinst angelegt werden muss.
Mietminderung
Die gesetzliche Herabsetzung der Miete bei erheblichen Mängeln, die der Mieter dem Vermieter angezeigt hat.
Mietpreisbremse
Die Begrenzung der Neuvertragsmiete auf höchstens 10 Prozent über der Vergleichsmiete in ausgewiesenen Gebieten.
Mietschuldenfreiheitsbescheinigung
Eine freiwillige Bestätigung des bisherigen Vermieters, dass keine Mietrückstände bestehen. Es gibt keinen Rechtsanspruch darauf.
Modernisierungsumlage
Die Weitergabe von 8 Prozent der Modernisierungskosten pro Jahr auf die Miete, gedeckelt auf 3 Euro pro Quadratmeter…
Nebenkostenpauschale
Ein fester Monatsbetrag für Betriebskosten ohne Abrechnung. Nachzahlungen sind ausgeschlossen, Guthaben ebenfalls.
Nebenkostenvorauszahlung
Der monatliche Abschlag auf die Betriebskosten, der mit der Jahresabrechnung verrechnet wird.
Nettokaltmiete
Die reine Miete für die Nutzung der Wohnung ohne jegliche Betriebskosten. Sie ist Bezugsgröße für Kaution, Mieterhöhung und…
Ortsübliche Vergleichsmiete
Die Miete, die in der Gemeinde für vergleichbare Wohnungen in den letzten sechs Jahren vereinbart oder geändert wurde.…
Qualifizierter Mietspiegel
Ein nach anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen erstellter Mietspiegel, dessen Werte vor Gericht als vermutlich richtig gelten.
Quotenabgeltungsklausel
Eine unwirksame Klausel, nach der der Mieter beim Auszug anteilig Renovierungskosten zahlen soll, obwohl noch keine Renovierung fällig…
Räumungstitel
Das gerichtliche Urteil, das der Vermieter braucht, um eine Wohnung durch den Gerichtsvollzieher räumen zu lassen.
Rüge
Die schriftliche Beanstandung einer zu hohen Miete nach der Mietpreisbremse, ab der zu viel gezahlte Miete zurückgefordert werden…
Schonfrist
Die Möglichkeit, eine fristlose Kündigung wegen Mietrückstands durch vollständige Zahlung binnen zwei Monaten nach Klagezustellung zu heilen.
Schönheitsreparaturen
Malerarbeiten an Wänden, Decken, Heizkörpern, Türen und Fenstern von innen, die per wirksamer Klausel auf den Mieter übertragen…
Sozialklausel
Die Regelung in § 574 BGB, nach der eine Kündigung bei nicht zu rechtfertigender Härte unwirksam sein kann.
Sperrfrist
Die Zeit von zwölf Monaten seit der letzten Mieterhöhung, vor deren Ablauf keine neue Erhöhung verlangt werden darf.
Staffelmiete
Eine Mietvereinbarung mit im Vertrag festgelegten Erhöhungsstufen im Abstand von mindestens einem Jahr.
Übergabeprotokoll
Die gemeinsame schriftliche Dokumentation des Wohnungszustands bei Ein- und Auszug, inklusive Zählerständen.
Umlagefähig
Eigenschaft einer Kostenart, auf Mieter abgewälzt werden zu dürfen. Nur Betriebskosten nach BetrKV sind umlagefähig.
Untervermietung
Die Weitergabe eines Teils der Wohnung an einen Dritten, für die der Vermieter bei berechtigtem Interesse die Erlaubnis…
Verbotene Eigenmacht
Das rechtswidrige eigenmächtige Vorgehen des Vermieters, etwa Schlossaustausch oder Räumung ohne Titel.
Verbraucherpreisindex (VPI)
Der vom Statistischen Bundesamt monatlich ermittelte Index der Lebenshaltungskosten, Grundlage für Indexmieten.
Vergleichswohnungen
Drei konkret benannte Wohnungen, mit denen ein Vermieter eine Mieterhöhung alternativ zum Mietspiegel begründen kann.
Verteilerschlüssel
Der Maßstab, nach dem Betriebskosten auf die Mieter eines Hauses verteilt werden, etwa Wohnfläche, Personenzahl oder Verbrauch.
Vormiete
Die Miete des vorherigen Mieters. War sie höher als die Mietpreisbremse erlaubt, darf sie weiter verlangt werden.
Warmmiete
Die Gesamtmiete inklusive aller Betriebskosten und Heizkosten, also der monatlich tatsächlich zu zahlende Betrag.
Wohnflächenverordnung (WoFlV)
Die Verordnung, die festlegt, wie Wohnfläche berechnet wird, inklusive Anrechnung von Dachschrägen und Balkonen.
Wohngeld
Der staatliche Zuschuss zu den Wohnkosten für Haushalte mit geringem Einkommen, als Mietzuschuss oder Lastenzuschuss.
Wohnungsgeberbestätigung
Die Bestätigung des Vermieters über den Einzug, die für die Anmeldung bei der Meldebehörde nötig ist.